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Patterns to tackle AMR

Designing effective HAI prevention and control programs in Europe

29. Januar 2019, Brüssel

 

Im Auftrag der EHMA European Health Management Association nahm Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff (Centrum für Krankenhaus-Management) an dem Expertentreffen im Europäischen Parlament zum Thema “Infektionsprophylaxe und Infektionsmanagement teil und hielt einen Vortrag zum Thema “Effective HAI Prevention – The Theragnostic Dilemma and the Burden of Disease”.

 

Organisiert wurde die Veranstaltung vom ENSH European Network for Safer Healthcare mit dem Ziel, Forschungsinitiativen aus verschiedenen europäischen Ländern zu einem Erfahrungsaustausch zusammenzubringen sowie über die Wirksamkeit konkreter Aktionsprogramme zu diskutieren. Professor von Eiff berichtete über Ziele und Arbeitsschwerpunkte des Konsortiums 12 (Finanzierung von Theragnostik-Kosten) der Health-i-Care-Initiative, stellte Ursachen für vermeidbare Infektionen im deutschen Gesundheitssystem dar und stellte einen Maßnahmenplan für ein effektives Infektionsmanagement zur Diskussion.

 

Professor von Eiff forderte eine Sektor übergreifende Initiative zur Verbesserung der Infektionsprophylaxe und begründete dies mit seiner Feststellung, dass aufgrund von Fehlanreizen im Finanzierungssystem sowie aufgrund falscher Bewertungsansätze bei der Kalkulation von Kosten des Infektionsmanagements eine Screening-Lücke im niedergelassenen Bereich entstanden ist. Als Konsequenz ist festzustellen, dass etwa 92% der jährlich im Krankenhaus behandelten MRE-Fälle sogenannte „mitgebrachte Infektionen“ sind. Nur etwa ein Viertel der im Krankenhaus behandelten MRSA-Fälle wurde über ein prästationäres Screening erfasst.

Weiterhin fällt auf, dass der Anteil nosokomialer Infektionsfälle in Rehabilitationskliniken mit etwa 23% deutlich höher ist wie im Krankenhaus (zirka 8%): ein Zeichen für eine steigende Krankheitslast durch Infektionen im Rehabilitationssektor, ausgelöst durch mangelhaftes Screening und mangelhafte Behandlung (Eradikation) in den vorgeschalteten Versorgungssektoren.

 

Professor von Eiff fordert u.a. die Ausweitung des prästationären Screenings, die ganzheitliche Vergütung von Diagnose- und Therapiekosten bei nosokomialen Infektionen („Theragnostik-Vergütung“), Erhöhung der Anzahl von Einzelzimmern, Aufnahme von Kosten des Infektionsmanagements in die DRG-Kalkulation und die Schaffung von Anreizen zur Präzisierung des MRE-Screenings im niedergelassenen Bereich.



CKM visits EHMA in Brussels

On 29th January 2019, the CKM represented by Professor von Eiff and Ms Susanne Elze visited EHMA in Brussels. Professor von Eiff presented to the EHMA, a range of services of the CKM along with their available forms of support. In addition, organisational and detailed questions about the 35th EHMA Annual Conference (17th – 19th June 2019, Espoo, Finland) were discussed. During the Annual Conference a session about infection management will take place. This session will lead the CKM within the “Health-i-care” project, and has already been initiated by Ms Elze during her 3-month project work at the EHMA in 2018.

On the same day, an event about infection management titled "Infection prophylaxis and infection management" took place in the European Parliament. Professor von Eiff was invited by the EHMA as a speaker to speak about "Effective HAI Prevention - The Theragnostic Dilemma and the Burden of Disease". The event was organised by the European Network for Safer Healthcare (ENSH). More information about the event and the lecture by Professor von Eiff can be found here.

l.t.r.: Michele´ Calabro; Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff; Kristien Arts, PhD; Federica Magheri
l.t.r.: Michele´ Calabro; Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff; Kristien Arts, PhD; Federica Magheri
Professor von Eiff in the European Parliament, speaking about “Effective HAI Prevention”
Professor von Eiff in the European Parliament, speaking about “Effective HAI Prevention”


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9. Westfälisches Health Management Forum - Infektionsmanagement
FOM MS 9. Westf Health Management Forum
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Health-i-care auf dem Molecular Diagnostics Europe, 22. – 24. Mai 2018, Lissabon


Organisiert vom Cambridge Healthtech Institute fand im Mai 2018 in Lissabon der in der Diagnostik-Fachwelt renommierte Jahreskongress Molecular Diagnostics Europe statt. Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff leitete als Vorsitzender den Veranstaltungsteil „Digital Health and Hospital 4.0: The Role of POCT in a Digitalized Continuum of Care“ und hielt den Einführungsvortrag „Digitalization of Healthcare: The New Role of POCT“. In besonderer Weise ging er in seinem Vortrag auf den Theragnostik-Ansatz zur Refinanzierung von Maßnahmen zur Infektionsprävention ein.

 

Der von Professor von Eiff geleitete Workshop war mit internationalen Experten besetzt (v.l.n.r.): Joost van Woof (PhD, Den Haag), Prof. Dr. Sandra Buttgieg (University of Malta), Prof. Dr. Gyorgy abel (Lahey Hospital Massachusetts, USA), Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff (CKM, Universität Münster),  Dr. Stefanie Steinhauser (Universität Regensburg), Sarah Peuling (Center Health Services, Germany).


POCT-Anwendungen, so von Eiff, gewinnen im Bereich der Infektionsprävention an Bedeutung und es zahlt sich auch ökonomisch aus, in Screening und Antibiogramme zur Keimbestimmung zu investieren.



„health-i-care“ auf dem 8. Westfälischen Health Management Forum  Dortmund, 26. Juni 2018

„Management von Innovationen im Gesundheits- und Sozialwesen“

Steigerung der medizinischen Qualität, Verbesserung des Patienten-Outcome und Sicherung einer nachhaltigen Finanzierung gleichzeitig zu erreichen, ist die zentrale Herausforderung, vor der alle entwickelten Gesundheitssysteme in der Welt stehen. Erforderlich sind Innovationen in den Bereichen Medizin (Eingriffsverfahren), Technik, Infektionsbekämpfung (Labormanagement), Prozessorganisation und Finanzierung. Aber: Wie kommen Innovationen in das Gesundheitssystem? Welche Hindernisse stehen der Einführung innovativer Konzepte entgegen?  Welche Rolle spielen Anreiz- und Vergütungssysteme? Welcher Einfluss geht vom Gesetz- und Verordnungsgeber aus?

 

Welchen Stellenwert hat Change Management und welche konkreten Maßnahmen sind mit Change Management verbunden? Für die konstruktive Diskussion dieser und weiterer Fragen bot das 8. WHMF eine bewährte Informations- und Diskussionsplattform.

 

In seinem Eröffnungsvortrag stellte Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff dar, durch welche Merkmale Innovationen im Gesundheitsbereich gekennzeichnet sind, welche Innovationshindernisse den klinischen Alltag beeinträchtigen und inwieweit kontraproduktive Anreizsysteme die Einführung notwendiger Innovationen verhindern. Letzteres diskutierte Professor von Eiff u.a. an den Themen „Versorgung therapierefraktärer Wunden“ und „Lücken im Vergütungssystem für Infektionsprophylaxe“.  Er thematisierte das „Theragnostik-Problem“ als Phänomen das dazu führt, dass sinnvolle Maßnahmen zur prästationären sowie präoperativen Infektionsprophylaxe aus Kostengründen unterbleiben, weil Wirtschaftlichkeitsanalysen primär auf Basis von Out-of-Pocket-Berechnungen durchgeführt werden.