AKTUELLES

Logistik und Prozess-Management im Krankenhaus

Digitalisierung, Automatisierung, Roboterisierung und Nachhaltigkeit sind die Schlagworte, die das Logistik-Management von Krankenhäusern zukünftig prägen werden: das demonstrierte der internationale Kongress mit Fachmesse für Logistik-Management im Krankenhaus „med.Logistica“, der am 5./6. Juni 2019 in Leipzig stattfand.

 

Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff, der auch dem Fachbeirat der Kongressorganisation angehört, moderierte den Workshop zum Thema „Logistikkosten“.

Im Rahmen dieses Workshops präsentierte Prof. Dr. Rainer Riedel einen Überblick über die Ermittlung von Logistikkosten in der Stationsversorgung, Rainer W. Werther und Jens Woost (antares Apotheken) berichteten über zentralisierte Lösungen für Unit-Dose-Versorgungen durch externe Krankenhaus-Apotheken und Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff stellte Trends, Einflussfaktoren und innovative Konzeptansätze der logistischen Versorgung in einem „Beschaffungsmanagement 4.0“ vor.

Durch die Digitalisierung ergeben sich neue Gestaltungsoptionen für die Organisation von Logistikketten. Dies gilt insbesondere für den Bereich des Supply Chain Managements mit Schwerpunkt auf der Optimierung von Abruf- und Wiederauffüllprozessen (Efficient Replenishment). Hier geht es darum, Bestände zu reduzieren, ohne das Risiko von Fehlmengen mit negativen Folgen für den Klinikbetrieb einzugehen. Vorgestellt wurden digital unterstützte Versorgungsprozesse bei typischen A-Gütern sowie beim indirekten Bedarf.



Supply Chain Goes Digital:

Einkauf, Logistik, Finanzbuchhaltung

Durch die Pflegepersonalregelung und den damit einhergehenden Umbau des DRG-Systems entwickelt sich der Sachkostenbereich zum primären Objekt der Kostensenkung. Gleichzeitig sind die Krankenhäuser von Lieferabrissen betroffen, wodurch eine zeitweise, punktuelle Unterversorgung mit Medizinprodukten eintritt: interner Kostendruck und externer Preisdruck steigen.

 

Vor dem Hintergrund dieser Dilemma-Situation setzte sich Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff in seinem diesjährigen Vortrag auf dem Hauptstadtkongress (21.- 23. Mai 2019) in Berlin mit der Frage auseinander:

 

„Digitalisierung des Beschaffungsmanagements: Was ist möglich, was ist sinnvoll und was bringt es?"

  • Anhand von konkreten Beispielen zeigte von Eiff auf, wie z.B. durch Einsatz von 3D-Drucker-Technologie in der Orthopädie das Patienten Outcome verbessert und kostenintensive Komplikationen vermieden werden.
  •  Digitale Anwendungen im Bereich der Versorgung mit klinischen Textilien reduzieren die Kosten und erhöhen die Versorgungssicherheit.
  • Die Unterstützung von Logistikprozessen durch Smart Cabinets und RFID-Technologie führt zur Entlastung des Pflegepersonals von logistischen Aufgaben und ermöglicht eine Reduktion der Umläufe sowie eine Verringerung des Lagerraums.

Die zukünftigen Herausforderungen für das Beschaffungsmanagement sieht Professor von Eiff in der Aufgabe, einerseits das Portfolio der eingesetzten Medizinprodukte zu standardisieren, andererseits aber eine wirksame Strategie gegen Lieferabrisse zu realisieren.

Der Workshop wurde moderiert von Bruno G. Wernitzer (Uni-Klinikum Augsburg). Weitere Input-Vorträge lieferten Dr. Christoph Hoppenheit (Uni-Klinik Münster), Andreas Lange (Klinikum Südostbayern, Traunstein), Jürgen Möller (PVS pria GmbH, Mühlheim/Ruhr) und Sabine Fahl (Mühlenkreiskliniken, Minden).



Innovation and Quality Management in POCT

Health-i-Care vertreten auf dem 7. Internationalen Kongress „Molecular Diagnostics Europe“, 06. bis 09. Mai 2019, Lissabon

Auf Einladung des Cambridge Healthtech Institute (Boston) nahm Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff am 7. International Molecular Diagnostics Europe in Lissabon teil. Er leitete die Session „Point-of-Care Diagnostics: Innovation and Quality Systems in POCT“ als Chairperson und hielt einen Vortrag zum Thema „Theragnostic and the Burden of Disease: How Misleading Reimbursement Systems Cause Avoidable Costs and Harm to the Patient.“ Gleichzeitig stellte er die “health-i-care”- Initiative sowie die Arbeit des Konsortiums 12 vor.

Dr. Claus Langer (Medizinisches Versorgungszentrum für Labormedizin, Essen) berichtete über die Anforderungen an des Qualitätsmanagements bei POCT-Anwendungen und machte insbesondere die Politik des Personalabbaus mit dem einzigen Ziel der Kostensenkung für die Qualitätsprobleme in der Versorgung mit labormedizinischen Leistungen verantwortlich.

Prof. Dr. Ute Neugebauer (Universitätsmedizin Jena und Leibnitz-Institut für Photonik-Technologie) stellte ein neues biophotonisches Verfahren (RAMAN Spectroscopy) vor, mit dessen Hilfe die Umlaufzeit zur Erstellung eines Resistogramms auf 90 bis 360 Minuten verkürzt werden kann. Dadurch wird es möglich, die Anzahl kalkulierter Antibiotikatherapien deutlich zu reduzieren und somit einer zunehmenden Resistenzbildung entgegenzuwirken.

 

Das Bild zeigt die internationalen Referenten der Point-of-Care-Session.

Prof. Dr. Ute Neugebauer, Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff, Dr. Nick Collier, Dr. Konstantinos Mitsakakis, Dr. Claus Langer, Dr. Holger Becker, Dr. Gyorgy Abel, Dr. Gerd H. Lütge (v.l.n.r.)



Leadership Forum am 10. April 2019

Führung von Krankenhäusern, Rehakliniken und Pflegeheimen steht im Spannungsfeld zwischen Finanzrestriktionen, Fachkräftemangel, Digitalisierung und Erwartungen von Mitarbeitern an familienfreundliche Arbeitsbedingungen.

 

Unter Leitung von Professor Wilfried von Eiff, Leiter des Centrums für Krankenhaus-Management (Uni Münster), berichten und diskutieren Manager aus der Gesundheitswirtschaft über Führungserfahrungen, Führungsherausforderungen und konkrete Maßnahmen.

 

Die Teilnehmer werden systematisch vertraut mit den aktuellen und zukünftigen Herausforderungen, die durch die Reformgesetzgebung und die „Neue Marktdynamik im Gesundheitswesen“ an Führung und Organisation des Medizinbetriebs gestellt werden. Besonderes Augenmerk gilt der Digitalisierung des Medizinbetriebs: durch die grundlegende Änderung von Arbeitsabläufen und Zusammenarbeitsformen, die Restrukturierung von Berufsbildern sowie veränderte Anforderungen an die Fach-, Sozial- und Kommunikationskompetenz werden Führungskräfte in besonderem Maß als „Change Manager“ gefordert.

 

Im Zentrum der Diskussion steht auch die Frage, inwieweit das Führungskonzept des „Magnet Nursing“ dazu beitragen kann, die Herausforderungen zu meistern.

  • Die Teilnehmer erfahren, welche Führungsinstrumente zur erfolgreichen Steuerung des klinischen Alltags einsetzbar sind und welche Grenzen einer Anwendbarkeit entgegenstehen.
  • Praktisch einsetzbares Führungswissen und Hinweise für zielführendes Führungsverhalten wird im interaktiven Dialog vermittelt.
  • Erfahrungsreflektion mit Führungskräften aus Krankenhäusern, die sich der Magnet-Initiative angeschlossen haben und bereits auf dem Weg zur Magnet-Akkreditierung sind.

Veranstaltungsort: Hotel NIKKO Düsseldorf

Wann: 10. April 2019, von 9.00 - 17.00 Uhr

Anmeldeschluss: 8. April 2019, 18.00 Uhr

 

Ausführliche Informationen finden Sie auch auf der Website von unserem Veranstaltungspartner I.O.E. oder im unten stehenden Flyer.

Anmelden können Sie sich hier.

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Führung in turbulenten Zeiten digitalen Wandels - Auf dem Weg zum Magnet-Krankenhaus
Führung in turbulenten Zeiten digitalen
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CKM Leadership Model

Herr Professor Dr. Dr. Wilfried von Eiff hat in der Management und Krankenhaus (3/2019) einen Beitrag über das CKM Leadership Model verfasst. Darin beleuchtet er die vielfältigen Herausforderungen, mit denen  Führung im Gesundheitswesen heutzutage konfrontiert ist. Um diesen Herausforderungen zu begegnen, bietet das CKM Leadership Model mit einem systemischen Lösungsansatz Hilfestellung.

 

Der Artikel kann unter nachfolgendem Link runtergeladen werden.

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CKM Leadership Model (MuK 3-2019).pdf
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Finanzinvestoren in der Medizin

Innovationstreiber und Finanzquelle oder Totengräber des Sozialstaats

Aus Sicht von Private Equity-Investoren (Finanzinvestoren) ist das Gesundheitswesen ein Wachstumsmarkt mit gesicherter Finanzierung und soliden Renditeerwartungen.

Staatlich verursachter Investitionsstau in Teilen unzureichende Vergütung in der Rehabilitation und Wachstumsperspektiven in der Pflege bewirken einen Finanzbedarf, der durch die Träger nicht gedeckt werden kann. PE-Fonds nutzen diese Finanzierungslücke in Verbindung mit der Chance, im hoch-fragmentierten Markt der Gesundheitsanbieter durch Konsolidierung Überrenditen zu erzielen.

In der von Anton Schmidt (Vorstandsvorsitzender der PEG Einkaufsgenossenschaft) moderierten Session diskutierten Experten aus verschiedenen Bereichen des Gesundheitswesens (Holger Baumann, Geschäftsführer Klinken der Stadt Köln; Prof. Herbert Rebscher, IGV Research; Dr. Johannes Schmidt-Topphoff, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Curagita AG; Dr. Gunther K. Weiß, COO Rhön Klinikum AG) über die Rolle von PE-Investoren.

Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff erläuterte in seinem Auftaktvortrag das Geschäftsmodell der PE-Fonds, skizzierte die typischen Maßnahmen der Fonds-Manager nach Übernahme eines Targets und bewertete die Vor- und Nachteile einer Zusammenarbeit mit Finanzinvestoren auch aus seiner eigenen praktischen Erfahrung.

Professor von Eiff machte deutlich, dass die Management-Philosophie des Shareholder Value für das Gesundheitswesen ungeeignet ist. Das magische Zieldreieck, das es aus seiner Sicht im Gesundheitswesen zu verfolgen gilt, besteht aus der Sicherstellung von medizinischer Qualität und Patientensicherheit, der Schaffung attraktiver Arbeitsbedingungen und der Erzielung langfristiger moderater Renditen zwecks Sicherung der Investitionsfähigkeit.



Versorgungssicherheit und Lieferabrisse

Maßnahmen zur Sicherung des Klinikbetriebs

Lieferengpässe in der Versorgung mit Arzneimitteln und Medizinprodukten häufen sich. Dabei sind alle Produktgruppen querbeet betroffen: Kanülen, OP-Sets, Redon-Flaschen, Katheter, Wundversorgungsmaterial, Infusionslösungen und Zirkular-Stapler.

Über Ursachen und Konsequenzen dieser Entwicklung berichtete Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff am 25./26. März 2019 auf dem Prospitalia-Kongress in Stuttgart. Darüber hinaus zeigte Professor von Eiff konkrete Möglichkeiten auf, um Lieferabrissen vorzubeugen. Dabei reichte sein Vorschlagskatalog von Rahmenvereinbarungen mit festen Abnahmemengen über Maßnahmen zur Verteilung des Lieferrisikos bis zum Lieferketten-Atlas.



Patterns to tackle AMR

Designing effective HAI prevention and control programs in Europe

29. Januar 2019, Brüssel

 

Im Auftrag der EHMA European Health Management Association nahm Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff (Centrum für Krankenhaus-Management) an dem Expertentreffen im Europäischen Parlament zum Thema “Infektionsprophylaxe und Infektionsmanagement teil und hielt einen Vortrag zum Thema “Effective HAI Prevention – The Theragnostic Dilemma and the Burden of Disease”.

 

Organisiert wurde die Veranstaltung vom ENSH European Network for Safer Healthcare mit dem Ziel, Forschungsinitiativen aus verschiedenen europäischen Ländern zu einem Erfahrungsaustausch zusammenzubringen sowie über die Wirksamkeit konkreter Aktionsprogramme zu diskutieren. Professor von Eiff berichtete über Ziele und Arbeitsschwerpunkte des Konsortiums 12 (Finanzierung von Theragnostik-Kosten) der Health-i-Care-Initiative, stellte Ursachen für vermeidbare Infektionen im deutschen Gesundheitssystem dar und stellte einen Maßnahmenplan für ein effektives Infektionsmanagement zur Diskussion.

 

Professor von Eiff forderte eine Sektor übergreifende Initiative zur Verbesserung der Infektionsprophylaxe und begründete dies mit seiner Feststellung, dass aufgrund von Fehlanreizen im Finanzierungssystem sowie aufgrund falscher Bewertungsansätze bei der Kalkulation von Kosten des Infektionsmanagements eine Screening-Lücke im niedergelassenen Bereich entstanden ist. Als Konsequenz ist festzustellen, dass etwa 92% der jährlich im Krankenhaus behandelten MRE-Fälle sogenannte „mitgebrachte Infektionen“ sind. Nur etwa ein Viertel der im Krankenhaus behandelten MRSA-Fälle wurde über ein prästationäres Screening erfasst.

Weiterhin fällt auf, dass der Anteil nosokomialer Infektionsfälle in Rehabilitationskliniken mit etwa 23% deutlich höher ist wie im Krankenhaus (zirka 8%): ein Zeichen für eine steigende Krankheitslast durch Infektionen im Rehabilitationssektor, ausgelöst durch mangelhaftes Screening und mangelhafte Behandlung (Eradikation) in den vorgeschalteten Versorgungssektoren.

 

Professor von Eiff fordert u.a. die Ausweitung des prästationären Screenings, die ganzheitliche Vergütung von Diagnose- und Therapiekosten bei nosokomialen Infektionen („Theragnostik-Vergütung“), Erhöhung der Anzahl von Einzelzimmern, Aufnahme von Kosten des Infektionsmanagements in die DRG-Kalkulation und die Schaffung von Anreizen zur Präzisierung des MRE-Screenings im niedergelassenen Bereich.



CKM visits EHMA in Brussels

On 29th January 2019, the CKM represented by Professor von Eiff and Ms Susanne Elze visited EHMA in Brussels. Professor von Eiff presented to the EHMA, a range of services of the CKM along with their available forms of support. In addition, organisational and detailed questions about the 35th EHMA Annual Conference (17th – 19th June 2019, Espoo, Finland) were discussed. During the Annual Conference a session about infection management will take place. This session will lead the CKM within the “Health-i-care” project, and has already been initiated by Ms Elze during her 3-month project work at the EHMA in 2018.

On the same day, an event about infection management titled "Infection prophylaxis and infection management" took place in the European Parliament. Professor von Eiff was invited by the EHMA as a speaker to speak about "Effective HAI Prevention - The Theragnostic Dilemma and the Burden of Disease". The event was organised by the European Network for Safer Healthcare (ENSH). More information about the event and the lecture by Professor von Eiff can be found here.

l.t.r.: Michele´ Calabro; Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff; Kristien Arts, PhD; Federica Magheri
l.t.r.: Michele´ Calabro; Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff; Kristien Arts, PhD; Federica Magheri
Professor von Eiff in the European Parliament, speaking about “Effective HAI Prevention”
Professor von Eiff in the European Parliament, speaking about “Effective HAI Prevention”